Blogserie gewisper – gerüchte – geschreӱ

Wirtshaus und Bauernkrieg 1525

Bauernkrieg 1525 in Tirol – Rebellion, Akteure und Erinnerung 

16. September 2025

Nach den Pestjahren wuchs die Bevölkerung wieder, doch wirtschaftliche Not und neue Verpflichtungen verschärften die Lage. Besonders Fronarbeit und Verwaltungsänderungen führten zu wachsendem Unmut auf dem Land.

Ab 1516 formierte sich im Eisack- und Pustertal Widerstand gegen die Obrigkeit. 1524 erreichten Nachrichten über Bauernaufstände in Südwestdeutschland Tirol – und lösten auch in Tirol eine Rebellion aus.

Am 9. Mai 1525 wurde Peter Passler aus der Haft befreit, Michael Gaismair zum Anführer gewählt. Das Kloster Neustift wurde angegriffen, Verwaltungsdokumente gezielt zerstört – ein direkter Angriff auf die Macht der Grundherrschaft.

Trotz anfänglicher Erfolge wurde der Aufstand von fürstlichen Söldnern brutal niedergeschlagen. Im Oktober 1525 war die alte Ordnung wiederhergestellt.

Wie sah ein Wirtshaus um 1525 aus?

Die Sonderausstellung zeigt eine inszenierte Wirtsstube mit originaler Deckentäfelung aus einem Gasthaus in Kurtinig (Südtiroler Unterland).

Sie bildet den Rahmen für die Akteure und sozialen Gruppen der Zeit – rekonstruiert auf Basis historischer Quellen.

Sonderausstellung „gewisper – gerüchte – geschreӱ. Wirtshaus und Bauernkrieg 1525“
Südtiroler Landesmuseum für Volkskunde, in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Bruneck
vom 10. Mai bis 9. November 2025
verlängert bis 30. Juni 2026

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Wirtshaus und Bauernkrieg 1525

Das Wirtshaus – Treffpunkt, Informationsbörse und Ort der Meinungsbildung

17. Juli 2025

Im frühen 16. Jahrhundert war das Wirtshaus ein zentraler Ort des Alltagslebens. Einheimische, Reisende und Händler kamen hier zusammen, um zu essen, zu trinken, zu übernachten – und um Neuigkeiten auszutauschen. Wirt und Wirtin kümmerten sich gemeinsam um Gäste aller gesellschaftlichen Gruppen. Gegessen wurde meist mit Löffel und Messer, da Gabeln noch selten waren. Das Wirtshaus verband Menschen und machte soziale Grenzen zumindest zeitweise durchlässig. Fakten, Halbwissen, Gerüchte und gezielte Falschinformationen vermischten sich. Flugschriften wurden laut vorgelesen und mit Bildern erklärt, sodass auch Menschen ohne Lesekenntnisse Zugang zu politischen und religiösen Inhalten hatten. Das Wirtshaus war ein Ort früher öffentlicher Meinungsbildung.

Sonderausstellung „gewisper – gerüchte – geschreӱ. Wirtshaus und Bauernkrieg 1525“
Südtiroler Landesmuseum für Volkskunde, in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Bruneck
vom 10. Mai bis 9. November 2025
verlängert bis 30. Juni 2026

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Wirtshaus und Bauernkrieg 1525

Europa um 1500 – Umbruch, Krise und neue Ideen

9. Mai 2025

Um 1500 erlebte Europa tiefgreifende Veränderungen. Entdeckungsreisen erweiterten das Weltbild, der Buchdruck beschleunigte die Verbreitung von Wissen und Ideen.

Gleichzeitig verschärften sich soziale und wirtschaftliche Probleme: Inflation, Missernten und steigende Abgaben belasteten vor allem die ländliche Bevölkerung. 

Die Kirche verfügte über großen politischen und wirtschaftlichen Einfluss. Missstände, Machtkonzentration und Reformforderungen führten zu wachsender Kritik. Neue religiöse Bewegungen wie die Reformation fanden zunehmend Anhänger.

Europa befand sich in einer Übergangsphase zwischen Mittelalter und Moderne – geprägt von Hoffnung, Unsicherheit und Konflikt.

Sonderausstellung „gewisper – gerüchte – geschreӱ. Wirtshaus und Bauernkrieg 1525“
Südtiroler Landesmuseum für Volkskunde, in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Bruneck
vom 10. Mai bis 9. November 2025
verlängert bis 30. Juni 2026

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