Aktuelle Sonderausstellung

Huckepack – Transport auf dem Rücken

vom 16. Mai bis 31. Oktober 2021
verlängert: vom 15. April bis 31. Oktober 2022

Von alters her hat sich der Wanderhandel unterschiedlichster Rückentraggeräte bedient und im landwirtschaftlichen Jahreslauf, auf dem Berg und im Tal, waren viele Tätigkeiten verbunden mit dem Transport von Ladegut: von der Ernte übers Streb sammeln, Holz- und Misttragen bis zur Almwirtschaft.

Auch heutzutage schleppen Schulkinder, Wanderer und Reisende die Utensilien des unmittelbaren Bedarfs – sei es Proviant, die Wechselkleidung oder die Schreib- und Leseunterlagen – mit sich. Sie alle kennen nur zu gut die Vorteile des Tragens auf dem Rücken: Die Hände bleiben frei für eine Schneeballschlacht, für die Wanderstöcke oder die Landkarte; das Gewicht lagert kräfteschonend und die Fortbewegung kann im aufrechten Gang erfolgen.

Die veränderten Lebensbedingungen im 20. und 21. Jahrhundert haben, wie in vielen anderen Bereichen, zur Weiterentwicklung – und auch zum Verschwinden – einiger traditioneller Tragebehelfe geführt.

Das Volkskundemuseum zeigt anlässlich des Euregio-Themenjahres „Transit – Transport – Mobilität“ in einer kleinen Ausstellung ausgewählte Rückentraggeräte aus seiner Sammlung und schlägt dabei einen Bogen in die heutige Zeit.

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Artefakte im Fokus

Wir stellen Ihnen jeden Monat ein Objekt aus der Sonderausstellung „Huckepack – Transport auf dem Rücken“ vor.

April: Bugglkorb

Vom Stallmist übers Heu und Feuerholz, von der Wald- und Laubstreu bis zur Marktware – der Bugglkorb eignete sich für vielerlei Transportgut und gehörte zum Inventar eines jeden Hofes.

Korber gehörten früher dem Kleingewerbe an. In den Wintermonaten stellten sie Körbe her, um sie an marktfahrende Händler zu verkaufen. Das Flechtwerk bestand aus Fichten, Haseln oder Weiden, die Tragen aus Fichten- oder Birkenholz.

Rückkörbe gab es in verschiedenen Größen und Formen. Körbe für das Heu und das Laub (= Futter und „Streb“) konnten durchaus von großem Fassungsvermögen sein, weil das transportierte Material von geringem Gewicht war. Rückkörbe für Erde und Mist waren hingegen kleiner.

Rückentragkorb, „Bugglkorb“. Holz, geflochten. Trageriemen aus gebogenen Ästen.
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Mai: Babytragetuch

In vielen Gesellschaften und Kulturen ist das Tragetuch ein traditioneller Tragebehelf für den Babytransport. In Mitteleuropa entdeckten seit den 1970ern viele Mütter die Vorteile des praktischen Hilfsmittels im Alltag. Seither ist der Gebrauch begleitet von einem Für und Wider vonseiten der Erzieher, Mediziner und Psychologen.

Mindestens zehn verschiedene Bindetechniken gibt es, um ein Baby oder Kleinkind an den Körper zu wickeln. Trageberatungen können Müttern und Vätern helfen, denn es braucht Geschick und etwas Übung, um das Stück Stoff in eine Rucksacktrage zu verwandeln. Am Rücken getragen werden aber nur ältere Kinder, die schon ihr Köpfchen selber halten können.

Babytragetuch, Textil, im Kreuzköper gewebt. Tuch mit den Maßen 4,60 x 0,70 m, geeignet für alle Bindevarianten. Hoppediz, Bergisch Gladbach, 2010.
Leihgabe Privat

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Vergangene Sonderausstellungen

Nachfolgend haben wir für Sie einen Überblick über die Sonderausstellungen der vergangenen Jahre zusammengestellt.